SUN TSU UND DIE PERFEKTE METAPHER

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Sun Tsu, mit Carl von Clausewitz der bedeutendste Militärphilosoph der Geschichte, war, bevor er sein großes Werk über die Kunst des Krieges schrieb, ein Mann von großem praktischem Talent.

Als der König von Wu in der Zeit der Streitenden Reiche (irgendwann im 4. oder 5. Jahrhundert v. Chr.) überlegte, Sun Tsu zum General zu machen, stellte er ihm eine Aufgabe: Er sollte aus den 180 Konkubinen seines Harems Soldatinnen machen. Sun Tsu teilte die Damen daraufhin in zwei gleich große Haufen ein und bestellte die beiden Lieblingskonkubinen zu deren Befehlshaberinnen. Nun befahl er, die beiden Kompanien sollten sich ausrichten und nach rechts schauen. Die Konkubinen kicherten aber nur, was sonst? Sun Tsu sagte daraufhin, er als General sei dafür verantwortlich, dass seine Soldatinnen seine Befehle verstanden, und wiederholte das Kommando. Wieder kicherten die Damen. Nun befahl Sun Tsu die Lieblingskonkubinen zu exekutieren, denn wenn die Soldatinnen den Befehl verstanden, ihn aber nicht befolgten, so sei dies die Schuld der Offizierinnen. Der König von Wu protestierte heftig, wurde von Sun Tsu aber in seine Schranken gewiesen: Wenn der König einmal einen General ernannt hat, darf er ihm bei der Ausführung seines Auftrages nicht mehr dreinreden. Nun wurden zwei neue Lieblingskonkubinen ernannt und der Harem funktionierte seither nicht anders als ein Feldlager. Sun Tsu aber wurde General.

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Steigende Zinsen – fallende Aktien?

Sollten Zinsänderungen für Aktienanleger ein Grund zur Sorge sein?

Die Forschung hat gezeigt, dass Zinsänderungen und Anleihenpreise ebenso wie Aktienpreise kaum vorhersehbar sind.[1] Daraus folgt, dass eine Investmentstrategie, die versucht, derartige Veränderungen zu nutzen, wahrscheinlich nur wenig Erfolg haben wird. Ungeachtet der Unberechenbarkeit der Zinsänderungen möchten manche Anleger vielleicht dennoch gerne wissen, welche Auswirkungen steigende Zinsen auf ihre Aktien haben könnten.

Anders als Anleihenpreise, die bei steigenden Zinsen in der Regel zurückgehen, können Aktienpreise bei Zinsänderungen sowohl steigen als auch fallen. Diese beiden gegensätzlichen Entwicklungen sind möglich, da der Preis einer Aktie sowohl von den künftigen Zahlungsströmen an Anleger als auch vom Diskontierungssatz abhängt, den diese auf die erwarteten Zahlungsströme anwenden. Wenn Zinsen steigen, könnte ein höherer Diskontierungssatz zur Anwendung kommen, was wiederum zu einem Rückgang des Aktienpreises führt. Es ist jedoch ebenfalls möglich, dass sich bei einer Änderung der Zinsen auch die erwarteten künftigen Zahlungsströme aus dem Aktieninvestment ändern. Wenn sich also in der Theorie die Gesamtauswirkungen nicht abschätzen lassen, stellt sich als nächstes die Frage, ob Informationen aus vergangenen Daten gewonnen werden können.

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Herzlich Willkommen: Die Zinswende ist da!

Für die Weltfinanzmärkte ist kaum ein Einflussfaktor so wichtig wie die Zinsstrukturkurve, welche den Zins in Abhängigkeit von der Anlagelaufzeit darstellt. Nach mehr als drei Jahrzehnten fallender Zinsen, sowohl am kurzen wie auch am langen Ende des Zinsspektrums, deutet sich mittlerweile eine große weltweite Zinswende an. Damit geht ein außergewöhnlicher Zinszyklus langsam zu Ende, der in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts ihren Ursprung fand, als die Ölpreisanstiege von 1973 und 1979 die westlichen Notenbanken zu höherer Wachsamkeit gegenüber Inflation alarmierten.

Allen voran marschierte seinerzeit die Deutsche Bundesbank, die sich durch ihr Beharren auf Geldwertstabilität weltweit einen guten Ruf sowie mancherlei Gegner schuf – vor allem in benachbarten Ländern. In den neunziger Jahren wurde das Erfolgsmodell der politisch unabhängigen Bundesbank zum vielgeachteten und z.T. kopierten Vorbild in der westlichen Welt. Entsprechend sahen die achtziger und neunziger Jahre deutlich fallende Zinsraten. Im Jahr 1981 hatte der Zinsgipfel bei zehnjährigen US-Staatsanleihen bei knapp 16% Nominalzins gelegen. Zehn Jahre später lag dieser Wert bei gut 8% und zum Jahrtausendwechsel dann bei ca. 6%.

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Was kann die Märkte nach Trump noch schocken?

Donald Trump sprengt den Klimagipfel, Katar findet sich in der Isolation wieder, britische Parlamentswahlen bringen neue Unruhe in die Brexit-Verhandlungen, diverse Terroranschläge erschüttern Europa. Es ist nicht so, als würden die negativen Schlagzeilen abreißen. Allerdings scheinen die Aktienmärkte mehr und mehr immun zu werden.

Abgehärtete Märkte

Sind die Märkte abgestumpft? Positiv ausgedrückt könnte man sagen: Sie sind abgehärtet. Über die vielen Jahre im laufenden Bullenmarkt hinweg. Dabei lässt der verklärte Blick in den Rückspiegel Anleger oftmals vergessen, dass die bisherige Entwicklung keineswegs ein Selbstläufer war. Mehr ein stetiger Kampf gegen wirtschaftliche Schwächephasen, politische Störfeuer und vor allem gegen die eigenen Emotionen.
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BGH-Urteil: Ankreuz-Patientenverfügungen unsicher

Patientenverfügungen und Vollmachten zeigen ihre Qualität, wenn der Fall der Fälle eintritt. Sind sie nicht umfassend und konkret genug, kommt es zu Problemen, wie ein aktuelles BGH-Urteil zeigt.

Allgemeine Hinweise zum Verzicht auf lebenserhaltende Maßnahmen genügen nicht, so das Gericht. Patientenverfügungen müssen konkrete Maßnahmen präzise beschreiben. Auch in Vollmachten müsse klar beschrieben sein, in welchen Fällen ein Bevollmächtigter Entscheidungen zum Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen treffen dürfe.

Im kürzlich entschiedenen Fall hatte eine heute 75-jährige Frau aus Baden-Württemberg 2011 einen Hirnschlag erlitten. Sie wurde in einer Pflegeeinrichtung untergebracht und war in der Folge nicht mehr einwilligungsfähig. Sie hatte eine Patientenverfügung, in der sie angab, dass bei einem Gehirn-Dauerschaden “lebensverlängernde Maßnahmen unterbleiben” sollten. Eine ihrer drei Töchter hatte sie 2003 als Bevollmächtige über eine notarielle Generalvollmacht eingesetzt, mit der sie die Tochter auch zur Vertretung in medizinischen Fragen berechtigte. Auch in der Vollmacht legte fest, dass bei unheilbarer Erkrankung ohne Aussicht auf Wiedergenesung auf lebenserhaltende Maßnahmen zu verzichten sei.

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