Marktbericht 2017

Anfang des Jahres 2017 war unter Vermögensverwaltern und Analysten die Ansicht weit verbreitet, dass die Finanzmärkte nicht erneut so starke Renditen erzielen würden wie 2016.

Als Gründe dafür nannten viele die weltweit unsichere Wirtschaftslage, politische Unruhen in den Vereinigten Staaten, die Durchführung des Brexit, Konflikte im Nahen Osten, die Waffenaufrüstung Nordkoreas sowie weitere Faktoren. Die internationalen Aktienmärkte bewiesen jedoch das Gegenteil, und die Hauptaktienindizes in den entwickelten Märkten und in den Schwellenmärkten verzeichneten im Jahresverlauf hohe Renditen.

Continue reading

Rückabwicklung von Lebens- und Rentenversicherungen

„Ein Großteil des Geldes das viele Versicherte bereits abgeschrieben hatten, lässt sich zurückholen.“ Handelsblatt, 8. Juni 2017

Fakten:

  • Lebens- und Rentenversicherungen aus den Jahren von 1995 – 2007 weisen mehrheitlich fehlerhafte Widerufsbelehrungen auf.
  • Laut Bundesgerichtshof und Europäischer Gerichtshof können fehlerhafte Verträge vollständig rück abgewickelt werden.
  • Die Rückabwicklung gilt für laufende, gekündigte oder beitragsfrei gestellte Verträge.

Hintergrund:

Bislang hatten Verbraucher, die unzufrieden mit ihrer Lebens- oder Rentenversicherung waren, nur die Möglichkeit, diese zu kündigen – und mussten damit auf einen Großteil ihrer eingezahlten Beiträge verzichten. Das galt bislang – denn der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Verträge mit einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung vollständig rückabgewickelt werden können: eine günstige Chance für alle Versicherten.

Ihr gutes Recht

In Deutschland enthalten unserer Einschätzung nach fast 70- 80 Prozent aller abgeschlossenen kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung in den Unterlagen oder Versicherungspolicen. Das betrifft insbesondere Verträge, die zwischen dem 1. Januar 1995 und 31. Dezember 2007 abgeschlossen wurden. In mehreren Urteilen aus den Jahren 2013 bis 2015 haben der Europäische Gerichtshof und der Bundesgerichtshof entschieden, dass diese Verträge zeitlich unbefristet widerrufen werden können.

Continue reading

Die ich rief, die Geister, Werd´ich nun nicht los

Dieser bekannte Satz aus Goethes „Zauberlehrling“ kommt einem unvermittelt in den Sinn, wenn man die Diskussionen verfolgt, die um die Technologie der „Künstlichen Intelligenz“ entbrannt ist. So sieht der Tesla-Chef und PayPal-Gründer Elon Musk die künstliche Intelligenz als größte Gefahr der Zukunft für die Menschheit: „Künstliche Intelligenz ist ein fundamentales Risiko für die Existenz der menschlichen Zivilisation, so, wie es Autounfälle, Flugzeugabstürze, Drogen oder schlechtes Essen nie sein werden“. Die Silicon Valley Ikone Musk befindet sich mit seiner Einschätzung in guter Gesellschaft! Auch der Apple Mitgründer Steve Wozniak und der bekannte britische Astrophysiker Stephen Hawking warnen vor den unkontrollierbaren Folgen künstlicher Intelligenz. Hawking sieht die Technologie gar als möglichen Auslöser unseres eigenen Untergangs: „Die Entwicklung vollständiger Künstlicher Intelligenz könnte das Ende der Menschheit bedeuten!“ Selbst Russlands Präsident erkennt erhebliche Gefahren beim Einsatz dieser Technologie. Zugleich dürfte Russland wie andere Großmächte bereits erheblich in die militärische Nutzung dieser Technologie investieren. So führte Putin nahezu im selben Atemzug aus: „Wer in der KI-Technologie die Führung erreicht, wird die Welt beherrschen!“
 
Continue reading

Aktien kaufen oder verkaufen?

Der gegenwärtige Börsenaufschwung dauert inzwischen mehr als acht Jahre und hat damit ein sehr reifes Stadium erreicht. Die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken hat die Märkte aufgepumpt und es haben sich inzwischen Blasen gebildet. Insbesondere in den USA haben die Bewertungen mit einem Shiller-KGV von über 30 (gegenüber dem langfristigen Durchschnitt von 16 bis 17) luftige Höhen erreicht und die Stimmung ist teilweise euphorisch. Genau deshalb fürchten viele Börsenexperten eine bevorstehende scharfe Börsenkorrektur und raten zur Vorsicht. Soll man Aktien heute also kaufen oder verkaufen? Nun, eine stärkere Korrekturphase wäre nur gesund. Wie aus unserer Grafik der US-Bullen- und Bärenmärkte seit 1870 ersichtlich wird, sind solche Phasen (rot) mit Kursverlusten von mehr als 20 % völlig normal und bieten langfristig interessante Einstiegschancen für antizyklische Anleger. Allerdings lassen sie sich in der Regel nicht prognostizieren. Eine Korrektur kann morgen eintreten oder in drei bis vier Jahren. Als der US-Notenbankchef Allen Greenspan seinerzeit nach starken Kursgewinnen vor einer irrationalen Übertreibung gewarnt hatte, korrigierte der Dow Jones nur kurz, um sich dann in den Folgejahren erneut zu verdoppeln.
 
 
Continue reading

So zahlen Sie Ihren Immobilienkredit schneller zurück und erhalten Ihre Flexibilität

Themen:

  • Aktuelles, Anlegen lernen, Finanzen leicht gemacht
  • Monatliche Gesamtbelastung durch Immobilienkredit senken
  • Restkredit am Ende der Zinsbindung sicher zurückzahlen
  • Bei unvorhergesehenen finanziellen Ausgaben flexibel bleiben
  • Volle Kontrolle durch laufendes Monitoring

Haben Sie einen Kredit für die Finanzierung einer Immobilie aufgenommen? Herzlichen Glückwunsch! Immobilienanlagen, sei es selbst oder fremd genutzt, gehören zu den Lieblingsanlagen der Deutschen.
Continue reading

Lehren für die nächste Krise

Es ist nun zehn Jahre her, dass der S&P 500-Index Anfang Oktober 2007 seinen Höchststand erreichte, bevor er in den darauffolgenden anderthalb Jahren während der weltweiten Finanzkrise mehr als die Hälfte seines Wertes einbüßte.
In den kommenden Wochen und Monaten werden anlässlich der Jahrestage bedeutender Ereignisse der Finanzkrise (beispielsweise der zehnte Jahrestag des Ansturms auf Northern Rock oder der Zusammenbruch von Lehman Brothers) vermehrt Rückblicke zum damaligen Geschehen und Meinungen darüber erscheinen, inwiefern sich das heutige Umfeld mit dem Zeitraum vor der Krise gleicht oder sich von ihr unterscheidet. Es ist schwierig, aus solchen Beobachtungen nützliche Erkenntnisse zu gewinnen; Finanzmärkte verhalten sich auf kurze Sicht oft unberechenbar. Es lassen sich daraus jedoch einige wichtige Lehren für Investoren ziehen: Die Finanzmärkte haben Anleger auf lange Sicht belohnt, und mit einem Investmentansatz, dem Sie – insbesondere in schwierigen Zeiten – treu bleiben können, ist es einfacher sich gegen die nächste Krise und ihre Folgen zu wappnen.
Continue reading

SUN TSU UND DIE PERFEKTE METAPHER

 

Sun Tsu, mit Carl von Clausewitz der bedeutendste Militärphilosoph der Geschichte, war, bevor er sein großes Werk über die Kunst des Krieges schrieb, ein Mann von großem praktischem Talent.

Als der König von Wu in der Zeit der Streitenden Reiche (irgendwann im 4. oder 5. Jahrhundert v. Chr.) überlegte, Sun Tsu zum General zu machen, stellte er ihm eine Aufgabe: Er sollte aus den 180 Konkubinen seines Harems Soldatinnen machen. Sun Tsu teilte die Damen daraufhin in zwei gleich große Haufen ein und bestellte die beiden Lieblingskonkubinen zu deren Befehlshaberinnen. Nun befahl er, die beiden Kompanien sollten sich ausrichten und nach rechts schauen. Die Konkubinen kicherten aber nur, was sonst? Sun Tsu sagte daraufhin, er als General sei dafür verantwortlich, dass seine Soldatinnen seine Befehle verstanden, und wiederholte das Kommando. Wieder kicherten die Damen. Nun befahl Sun Tsu die Lieblingskonkubinen zu exekutieren, denn wenn die Soldatinnen den Befehl verstanden, ihn aber nicht befolgten, so sei dies die Schuld der Offizierinnen. Der König von Wu protestierte heftig, wurde von Sun Tsu aber in seine Schranken gewiesen: Wenn der König einmal einen General ernannt hat, darf er ihm bei der Ausführung seines Auftrages nicht mehr dreinreden. Nun wurden zwei neue Lieblingskonkubinen ernannt und der Harem funktionierte seither nicht anders als ein Feldlager. Sun Tsu aber wurde General.

Continue reading

Steigende Zinsen – fallende Aktien?

Sollten Zinsänderungen für Aktienanleger ein Grund zur Sorge sein?
Die Forschung hat gezeigt, dass Zinsänderungen und Anleihenpreise ebenso wie Aktienpreise kaum vorhersehbar sind.[1] Daraus folgt, dass eine Investmentstrategie, die versucht, derartige Veränderungen zu nutzen, wahrscheinlich nur wenig Erfolg haben wird. Ungeachtet der Unberechenbarkeit der Zinsänderungen möchten manche Anleger vielleicht dennoch gerne wissen, welche Auswirkungen steigende Zinsen auf ihre Aktien haben könnten.
Anders als Anleihenpreise, die bei steigenden Zinsen in der Regel zurückgehen, können Aktienpreise bei Zinsänderungen sowohl steigen als auch fallen. Diese beiden gegensätzlichen Entwicklungen sind möglich, da der Preis einer Aktie sowohl von den künftigen Zahlungsströmen an Anleger als auch vom Diskontierungssatz abhängt, den diese auf die erwarteten Zahlungsströme anwenden. Wenn Zinsen steigen, könnte ein höherer Diskontierungssatz zur Anwendung kommen, was wiederum zu einem Rückgang des Aktienpreises führt. Es ist jedoch ebenfalls möglich, dass sich bei einer Änderung der Zinsen auch die erwarteten künftigen Zahlungsströme aus dem Aktieninvestment ändern. Wenn sich also in der Theorie die Gesamtauswirkungen nicht abschätzen lassen, stellt sich als nächstes die Frage, ob Informationen aus vergangenen Daten gewonnen werden können.
Continue reading

Herzlich Willkommen: Die Zinswende ist da!

Für die Weltfinanzmärkte ist kaum ein Einflussfaktor so wichtig wie die Zinsstrukturkurve, welche den Zins in Abhängigkeit von der Anlagelaufzeit darstellt. Nach mehr als drei Jahrzehnten fallender Zinsen, sowohl am kurzen wie auch am langen Ende des Zinsspektrums, deutet sich mittlerweile eine große weltweite Zinswende an. Damit geht ein außergewöhnlicher Zinszyklus langsam zu Ende, der in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts ihren Ursprung fand, als die Ölpreisanstiege von 1973 und 1979 die westlichen Notenbanken zu höherer Wachsamkeit gegenüber Inflation alarmierten.
Allen voran marschierte seinerzeit die Deutsche Bundesbank, die sich durch ihr Beharren auf Geldwertstabilität weltweit einen guten Ruf sowie mancherlei Gegner schuf – vor allem in benachbarten Ländern. In den neunziger Jahren wurde das Erfolgsmodell der politisch unabhängigen Bundesbank zum vielgeachteten und z.T. kopierten Vorbild in der westlichen Welt. Entsprechend sahen die achtziger und neunziger Jahre deutlich fallende Zinsraten. Im Jahr 1981 hatte der Zinsgipfel bei zehnjährigen US-Staatsanleihen bei knapp 16% Nominalzins gelegen. Zehn Jahre später lag dieser Wert bei gut 8% und zum Jahrtausendwechsel dann bei ca. 6%.
 
Continue reading

Was kann die Märkte nach Trump noch schocken?

Donald Trump sprengt den Klimagipfel, Katar findet sich in der Isolation wieder, britische Parlamentswahlen bringen neue Unruhe in die Brexit-Verhandlungen, diverse Terroranschläge erschüttern Europa. Es ist nicht so, als würden die negativen Schlagzeilen abreißen. Allerdings scheinen die Aktienmärkte mehr und mehr immun zu werden.
Abgehärtete Märkte
Sind die Märkte abgestumpft? Positiv ausgedrückt könnte man sagen: Sie sind abgehärtet. Über die vielen Jahre im laufenden Bullenmarkt hinweg. Dabei lässt der verklärte Blick in den Rückspiegel Anleger oftmals vergessen, dass die bisherige Entwicklung keineswegs ein Selbstläufer war. Mehr ein stetiger Kampf gegen wirtschaftliche Schwächephasen, politische Störfeuer und vor allem gegen die eigenen Emotionen.
Continue reading