China und die Börse: Wenn der Drache Feuer speit

Fast auf jedem Kontinent gibt es seit jeher Sagen und Legenden über Drachen. Riesige, teils geschuppte Wesen, die den Menschen Angst einhauchten und Verderben brachten. Im schlimmsten Falle kam der Drache Feuer speiend über das jeweilige Dorf und vernichtete Felder, Häuser, die vollständige Wirtschaftsstruktur des Dorfes, der Region.
Auch wenn der Drache selbst aus wissenschaftlicher Sicht bis heute nicht aus dem Reich der Mythen herausgeholt wurde, so scheint der geopolitische Vertreter, der große Drache China, aktuell in der weltweiten Realwirtschaft eine ähnliche Wirkung zu entfalten.
Das große und seit Jahren mit gewaltigen Wirtschaftswachstumsraten glänzende China scheint nun deutlich an Glanz zu verlieren. Der seit etwa zwei Monaten trotz massiver Interventionen des Staates extrem an Wert verlierende Aktienmarkt (mittlerweile über 35%), wurde noch als chinesische Problematik mit geringen globalen Auswirkungen hingenommen. Doch der größte Exporteur der Welt hat nun auch mit geringeren Wachstumsraten zu kämpfen, der Einkaufsmanagerindex zeigt negatives Wachstum an und das Vertrauen schwindet.

In der globalisierten Welt des Heute kommt es dabei zu schnellen Konsequenzen. Wenn der weltgrößte Ölkonsument seinen Bedarf drosselt (oder die Drosselung auch nur zu erwarten ist), drückt dies die Preise für Öl. In diesem Fall traf es einen bereits angeschlagenen Ölpreis, der nun nochmals getroffen wurde und weiter massiv einbrach. Die Unsicherheit Chinas spiegelt sich aber auch immer in den angrenzenden Schwellenländern wieder. Seit Jahresbeginn flossen gewaltige Geldströme zurück aus den Schwellenländern, vor allem nach USA. Dies wiederum bestärkte den USD und schuf neue Probleme für schwächere Staaten, da die Auslandsverschuldung in USD nun in Landeswährung massives Schuldenwachstum und neue Zahlungsprobleme erzeugt. Dies wiederum wirkt sich auf regionale Fiskalstrukturen aus und erneut auf die regionale Wirtschaftsentwicklung. Die anstehende Zinsanhebung in den USA wird diesen Geldfluss nochmals beschleunigen und Schwellenländer noch stärker treffen.
Der sinkende Ölpreis wird mittlerweile für Branchen und Regionen zu einem gewaltigen Problem. Die in den vergangenen Jahren mit enormen Investitionen aufgebauten Produktionsstandorte für Öl aus dem sogenannten Ölschiefer, produzieren im laufenden Geschäft massive Verluste, der niedrige Ölpreis verhindert eine kostendeckende Produktion. Wirtschaftlich angeschlagene Ölexportländer bekommen zusätzliche Probleme und müssen ebenfalls harte Folgen verkraften. Russland ist hier sicher augenscheinlich vertreten, aber selbst das stabile Norwegen musste diese Woche den Zinssatz auf den historisch niedrigsten Wert senken, um damit die Wirtschaft anzukurbeln. Im laufenden Jahr hat Norwegen bereits ein negatives Wirtschaftswachstum erreicht.
Wir werden sehen, wie weit der Drache sein Feuer spucken wird und bis dahin könnten weitere stürmische Zeiten auf die Börsen zukommen.
Kunden der Plan F Fondsvermögensverwaltung können sich dabei ganz entspannt  zurücklehnen. Durch das ¼-jährliche Rebalancing werden zum nächsten Termin Cash-Reserven aufgelöst und zu günstigen Kursen in den Aktienmarkt investiert werden.

Quelle: Plan F Research, Multi Invest 22.08.2015
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