Haben Sie Geduld bei Ihrer Geldanlage

Die globalen Finanzmärkte stellen Investoren momentan auf eine harte Probe, da der Fokus immer stärker auf den wirtschaftlichen Aussichten Chinas liegt. Doch obwohl fallende Märkte beunruhigend sein können, kann Ihnen eine langfristige Perspektive dabei helfen, besser mit der erhöhten Volatilität zurechtzukommen.
Normalerweise reagieren Investoren sehr emotional auf verunsicherte Kapitalmärkte. Risikoreiche Wertpapiere werden aufgegeben, wenn die Kurse sinken, und Investoren warten auf mehr „Sicherheit“.
Diese Markttiming-Strategien können unterschiedliche Formen annehmen. Eine Strategie besteht darin, Marktaustritte aufgrund von Vorhersagen und Prognosen zu planen und dadurch genau zu den Zeitpunkten zu verkaufen, wenn die Märkte „überkauft“ sind, und dann wieder einzusteigen, wenn alle Zeichen darauf deuten, dass die Märkte „überverkauft“ sind.
Eine mögliche zweite Strategie besteht darin, die chinesische Wirtschaft, ihre Geldpolitik sowie globalen Handels- und Investmentverbindungen ausführlich zu analysieren und dann im Anschluss verschiedene Szenarien durchzuspielen, wie sich diese Probleme auf die globalen Märkte auswirken könnten.

Für die prognosebasierte Timing-Strategie gibt es jedoch kaum Beweise, dass diese auf lange Sicht konsequent zu Erfolg führt. Selbst wenn es Investoren gelingt, durch Zufall zum richtigen Zeitpunkt aus dem Markt auszusteigen, müssen Sie jedoch trotzdem immer noch den richtigen Wiedereinstiegszeitpunkt finden.
Bei der zweiten Strategie der Wirtschaftsanalyse können Sie der weltbeste Wirtschaftswissenschaftler sind und den Wachstumskurs der chinesischen Wirtschaft sowie die politischen Reaktion richtig einschätzen. Dies bedeutet jedoch noch lange nicht, dass die Märkte genau so reagieren werden, wie Sie vermutet haben.
Ebenso werden Finanzprodukte häufig mit einer „durchschnittlichen“ Rendite von z. B. 8% angeboten. Dabei wird jedoch nicht besonders hervorgehoben, dass die Renditen der einzelnen Jahre stark von der Durchschnittsrendite abweichen können – sowohl positiv als auch negativ.
Diese Volatilität muss nicht zwingenderweise negativ sein, wenn der einzelne Investor sie vertragen kann. Manche Investoren können sich dabei jedoch sehr unwohl fühlen. Beides ist auch vollkommen in Ordnung. Der wichtigste Punkt ist lediglich, dass Sie auf die verschiedenen möglichen Ergebnisse Ihrer Investmententscheidungen vorbereitet sind.
Finanzmärkte bewegen sich nur selten langfristig in eine Richtung. Würden sie dies tun, würden Investments nur ein sehr geringes Risiko beinhalten – und ohne Risiko würden Sie keine Rendite erhalten. Die Volatilität eines Investments macht einen Teil des eingegangenen Risikos aus, wenn auch nicht das gesamte Risiko.
Betrachten Sie dazu eine Benchmark des globalen Aktienmarktes wie etwa den MSCI World Index (in US-Dollar). Innerhalb der letzten 45 Jahre zwischen 1970 und 2014 hat der Index jährliche Gewinne von bis zu 41,9% (1986) und Verluste von bis zu 40,7% (2008) erzielt.
Über den gesamten Zeitraum betrachtet betrug die annualisierte Rendite des Index jedoch 8,9%. Um diese zu realisieren mussten Sie allerdings voll investiert bleiben – nicht nur in ermutigenden Hochphasen, sondern auch während beunruhigender Zeiten. Sie müssen dazu aber jedes Jahr Ihr Portfolio neu gewichten, um Ihre gewünschte Vermögensallokation beizubehalten.
Es ist eine schwierige Aufgabe, immer genau zum richtigen Zeitpunkt in den Markt ein- und auszutreten. Betrachten Sie zum Beispiel erneut das Jahr 2008. Es war das Jahr der weltweiten Finanzkrise und das schlechteste innerhalb unseres oben genannten Zeitraumes. Dennoch verzeichnete der MSCI World Index im darauffolgenden Jahr einen seiner bisher höchsten Gewinne.
Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch schließen, dass sich der Markt auch diesmal wieder in Kürze erholen wird. Eine Entspannung könnte bald eintreten – oder auch nicht. Tatsache ist, dass niemand einen Aufschwung mit Sicherheit vorhersagen kann. Was wir jedoch mit Sicherheit wissen ist, dass eine erhöhte Marktunsicherheit immer mit einer erhöhten Volatilität verbunden ist.
Die Märkte vorhersagen zu wollen bedeutet damit gleichzeitig auch, Neuigkeiten vorherzusagen. Die Vergangenheit wurde bereits von den Märkten eingepreist. Die Zukunft können wir nicht mit Sicherheit vorhersagen. Daher diversifizieren Investoren breit und streuen ihr Risiko entsprechend ihrer individuellen Risikobereitschaft.
MSCI World Index (Net. Div. US-Dollar) 1970 – 2014
[su_table]

Die besten Jahre Die schlechtesten Jahre
1986 41,9% 2008 -40,7%
1985 40,6% 1974 -25,5%
2003 33,1% 2002 -19,9%
1975 32,8% 1990 -17,0%
2009 30,0% 2001 -16,8%
2013 26,7% 1973 -15,2%

[/su_table]
Quelle: MSCI 2015, alle Rechte vorbehalten.
Eine Risikostreuung kann über verschiedene Aktien, Sektoren, Branchen und Ländern hinweg erfolgen. Zugleich sollen Portfolios aber auch über verschiedene Analageklassen breit diversifiziert werden. Während Aktien in der letzten Zeit eine schlechte Performance erzielt haben, haben Anleihen gut abgeschnitten.
Die Märkte passen sich laufend neuen Informationen an. Ein Preisrückgang bedeutet daher lediglich, dass Investoren generell eine zusätzliche Rendite für das Risiko verlangen, Aktien zu halten. Für einzelne Investoren spielt der Preisrückgang jedoch nur dann eine Rolle, wenn sie ihr investiertes Geld genau heute benötigen.
Wenn Sie allerdings über einen Zeitraum von 5, 10, 15 oder 20 Jahren investieren, wird die Unsicherheit bald verblassen und die Märkte werden sich mit anderen Themen beschäftigen. Schlussendlich wird Ihre Rendite beeinflusst von der Vermögensallokation in verschiedenen Anlageklassen, der Höhe Ihres Investments im Laufe der Jahre sowie dem Zinseszins-Effekt.
Auf kurze Sicht gesehen, liefert Geduld den größten Beitrag zu Ihrem langfristigen Wohlstand – und genau dabei kommt auch Ihr Finanzberater der Plan F ins Spiel.
Quelle: Plan F Research, Jim Parker, Dimensial

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>