Kommentar zur aktuellen Lage

Die aktuelle Lage – Wie ist unsere Meinung?

…um es direkt am Anfang auf den Punkt zu bringen:

  1. Ruhe bewahren und Nerven behalten!
  2. Prozyklisches Verhalten ist die größte Quelle für Fehler an der Börse!
  3. Börse ist eine „massenpsychotische“ Veranstaltung, Übertreibungen sind immer möglich.
  4. Die Leitplanken zur Orientierung an der Börse sind die Bewertungen.
  5. Sonderangebote an der Börse zum Kauf nutzen (…und nicht zum Verkaufen)!


1. Ruhe bewahren und Nerven behalten in der aktuellen Situation – eine Bestandsaufnahme:

Der August entpuppt sich erneut als schwieriger Börsenmonat. Früher hatte man Angst vor dem Oktober, dann folgte der September, seit einigen Jahren erfolgen die Einbrüche im August.

Rücksetzer an den Börse gehören (leider) dazu, und für jeden Börsenrücksetzer gibt es auch immer wieder Erklärungen. Oftmals werden diese erst im Nachhinein nachvollziehbar: Letztes Jahr war es die Ebola-Epidemie und die Ukraine-Krise, diverse Jahre vorher die Verschuldungskrise im Euroraum mit dem Epizentrum Griechenland, dieses Jahr werden die Börsen von der drohenden 1. US-Leitzinserhöhung seit der Finanzkrise und die Sorge um das chinesische Wirtschaftswachstum verunsichert. In diesem Gefolge verfallen die Rohstoffpreise und mit Ihnen die Währungen bedeutender Rohstoffexporteure (z.B. der brasilianische Real, der südafrikanische Rand, der russische Rubel). Dienstag, den 25.08.2015, gibt es schon wieder Entspannung an allen Fronten (Aktien, Währungen, Rohstoffe), er wird deshalb auch „Turnaround Tuesday“ genannt. Beim Dax wurde gestern der Schlussstand vom Freitag sogar um 4 Punkte überboten. Man hätte sich die durch den Montag verursachte Aufregung sparen können. Daher gilt immer wieder in nervenaufreibenden Börsensituationen: Ruhe bewahren und Nerven behalten.
2. Prozyklisches Verhalten ist die größte Quelle für Fehler an der Börse!
Wer am Montag, den 24.08.2015, zu Tiefstkursen verkauft hat, konnte sich gestern zu Börsenschluss ärgern. Die Käufer vom Montag können sich dagegen freuen. Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen.
3. Börse ist eine „massenpsychotische“ Veranstaltung, Übertreibungen sind immer möglich.
Lassen Sie sich durch das Gewitter an den chinesischen Börsen nicht am Nasenring durch die Manege führen! Es war eine gehörige Portion Spekulation in den chinesischen Börsen. Obwohl mit einer der wichtigsten wirtschaftlichen Frühindikatoren, der China PMI, über die letzten zwei Jahre kontinuierlich fiel, stiegen die chinesischen Inlandsbörsen um den Faktor 2,5. In Deutschland brummt die Konjunktur. …und was machen die Börsen daraus? Trotz aller Kurseinbrüche und Panikverkäufe an den chinesischen Börse hat der chinesische Aktienmarkt gemessen am Index CSI vom 01.01.2014 bis 24.08.2015 immer noch ein Plus von 68,25% erzielt, während im gleichen Zeitraum der Dax nur noch ein mageres Plus von 1% aufweisen konnte – aus Angst vor China! Ist das nicht lächerlich? Diese Fakten finden Sie nicht in der Börsenberichterstattung! Im Gegenteil: im ZDF heute-journal am 24.08.2015 sehen die Zuschauer einen polemischen Moderator Claus Cleber, der von Habgier und Angst an den Börsen spricht und denjenigen die Kompetenz abspricht, die sich täglich mit der Börse auseinandersetzen! Den sog. „Börsenexperten“ unterstellt er „eigene Interessen“ – Pfui, Herr Kleber.
4. Die Leitplanken zur Orientierung an der Börse sind die Bewertungen
Das 1. Quartal 2015 war für den Dax mit einem Anstieg von rund 22% das beste Quartal in der Geschichte. Nicht das erreichte Niveau hat uns verblüfft, sondern die Schnelligkeit und die Stetigkeit des Anstiegs. Der Anstieg hat aber nur zu historisch durchschnittlichen Bewertungen geführt. Das kann man z.B. am Dax-Kurs-Gewinnverhältnis (KGV) ablesen, das lediglich bei rund 14,7 lag. Der historische Durchschnitt liegt aber bei über 14,8. Damit hat es aus bewertungstechnischen Gründen kein Ausstiegssignal gegeben. Bei den historisch niedrigen Zinsen und den hohen Dividendenrenditen kann ein Dax aber auch ein KGV von 20 „vertragen“.
5. Sonderangebote an der Börse zum Kauf nutzen (…und nicht zum Verkaufen!)
Nun sind wieder attraktive Bewertungen im Dax erreicht. Bei den Tiefstkursen am Montag betrug das KGV 10,9 ! Bei einer Daimler-Aktie lag das KGV zu Tiefstkursen am Mo bei 8,0 und die Dividendenrendite bei 4,6%! Das sind Sonderangebote.

Wie geht es weiter?

Nach einem solchen starken Ausverkauf sollte es eine Erholung geben, man muss in den nächsten Wochen jedoch noch mit stärkeren Schwankungen rechnen. Diese Zeit sollte man zum „Einkaufen“ an den Börsen nutzen. Wenn sich der Staub legt, gibt es keine Schnäppchenpreise mehr! Wir rechnen weiterhin mit einem typischen Jahresverlauf und damit einem starken Schlussquartal.
Bei den historisch niedrigen Zinsen lassen sich Dax-Niveaus von 11.000 bis 13.000 Punkten rechtfertigen. Ob diese Niveaus noch 2015 oder erst 2016 erreicht werden, ist nicht so wichtig – nur die Richtung muss stimmen. Bei einem Niveau von ungefähr 12.600 Punkte würde der Dax lediglich im Rahmen seiner langjährigen historischen Durchschnittsbewertung handeln.

Wohin mit dem Geld ?

Nach unseren Erfahrungen suchen die meisten Anleger ein ausgewogenes Depot, dessen Schwankungen in einem überschaubaren Rahmen liegen und einen Ertrag m Bereich 4-6% p.a. über die Jahre ermöglicht.
Für diese Zielgruppe haben wir schon im Jahr 2010 ein spezielles Portfolio entwickelt. Hier die aktuellen Ergebnisse:

Quelle: Plan F GmbH, Tilmann Speck

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