Der Zusammenhang zwischen US-Präsidentschaftswahlen und dem Aktienmarkt

Am 08. November 2016 werden die US-Amerikaner zu den
Wahlurnen gehen, um den nächsten Präsidenten der USA
zu wählen. Das Wahlergebnis ist noch ungewiss. Eines ist
jedoch sicher: Experten und Prognostiker werden auch
in den kommenden 2 Wochen kontinuierlich ihre Meinung
darüber äußern, wie sich das Ergebnis der Wahl auf den
Aktienmarkt auswirken wird. Wie wir nachfolgend
erläutern, wäre es für Anleger jedoch besser, sich nicht
aufgrund derartiger Vorhersagen in Versuchung führen
zu lassen und ihren langfristigen Investmentplan signifikant
zu ändern.
Langfristig gesehen hat
der Markt erhebliche
Renditen erzielt – ganz
gleich, in welcher Hand die
Regierungsgewalt lag.

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Hochsaison fur Crashpropheten

Die Indizes haben ihre Allzeithochs verlassen, die Druckmaschinen der Notenbanken fahren auf Hochtouren und verschiedene Indikatoren lassen keinen Zweifel zu, dass amerikanische Aktien relativ hoch bewertet sind. Mit anderen Worten – die Stunde der Crashproheten wird bald wieder schlagen. Warum stellt sich überhaupt jemand in die Mitte eines Marktplatzes, nichts anderes ist die Börse, und malt den Untergang der laufenden Hausse in den düstersten Farben? In aller Regel lautet die Erklärung: Um Geld zu verdienen!
Die Masche der Börsen-Wahrsager
Es gibt viele Arten sein Geld an der Börse zu verdienen. Mit der Angst der Marktteilnehmer, insbesondere der Privatanleger, zu spielen, ist nicht gerade die schwierigste und edelste, um es höflich zu formulieren. Die Marktschreier kommen aus allen Richtungen der Branche. Sie verkaufen Börsenbriefe, Reports, Bücher und ein paar Vermögensverwalter sind auch dabei. Die Kernaussage klingt bei allen sehr ähnlich: Nur mein Börsenbrief, mein Buch, meine Art der Anlage kann das Volk vor großen finanziellen Verlusten schützen. Nun muss das Volk natürlich auch wissen, warum ausgerechnet jetzt eine große Gefahr droht. Oder nicht?
Die goldene Regel
Was müssen Sie tun, wenn Sie es als Crashprophet oder sogar Verschwörungstheoretiker, die Königsklasse der Schwarzseher, weit bringen möchten? Beherzigen Sie die eine goldene Regel, quasi das Fundament des Erfolgs: Nennen Sie niemals ein genaues Datum! Bestenfalls bestimmen Sie nicht mal einen groben Zeitraum. Die Angst darf nicht von einem Moment auf den nächsten schwinden, Sie ist Ihr wichtigstes Instrument. Erleichterung, weil dieses oder jenes Ereignis nicht eingetreten ist, wäre da völlig fehl am Platz.
Diesen Fehler hat der gute alte Nostradamus begangen, als er den Weltuntergang zur Jahrtausendwende vorhersah. Fehlalarm. Wenigstens hat er die Schande selber nicht mehr miterleben müssen. Im Gegenteil, nach Ihrer Theorie muss die Wahrscheinlichkeit eines Armageddon mit der Zeit immer höher werden, bis es, zumindest theoretisch, unausweichlich wird. Während dieser Spanne beschreiben Sie das Szenario in unterschiedlichen Varianten, getreu dem Motto: Es wird jeden erwischen, Flucht ist unmöglich. Fast zumindest, denn ein Pfad führt natürlich zum Licht, nämlich ihrer.
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Was ist schon rational an der Börse

Der Zusammenhang zwischen Börse und Meinungen ist eng. Manchmal ist er auch zu eng, wenn die Anleger händeringend eine Geschichte suchen, um das zu rechtfertigen, was sie tun. Das ist insbesondere der Fall, wenn die Aktienmärkte, wie seit ein paar Tagen, in einem offiziellen Bärenmarkt sind.
Zu Jahresanfang sind die Aktienmärkte gefallen, aus Furcht, China könnte den Reminbi unkontrolliert abwerten. Dann stellte sich heraus, dass die Abwertung recht gering war.
Aber dann kam die Furcht auf, die Ölpreise könnten ins Nichts fallen und die Aktienmärkte stürzten weiter ab. Allerdings stellte sich heraus, dass dies für den Konsumenten gar nicht schlecht war und dass die Ölpreise seit Mitte Januar nicht mehr fielen.
Aber dann kam die Furcht auf, die USA könnten in eine Rezession geraten und die Aktienmärkte stürzten weiter ab. Allerdings stellte sich heraus, dass es der Wirtschaft in der entwickelten Welt einigermaßen gut ging und dass die amerikanische Zentralbank sich keineswegs genötigt sah, die Zinsen zu senken.
Aber dann kam die Furcht auf, den Zentralbanken könnten die Mittel ausgehen, sich gegen eine Deflationsspirale zu stemmen und die Aktienmärkte stürzten weiter ab. Allerdings stellte sich heraus, dass die Zentralbanken noch lange nicht am Ende waren (Japan drückte die 10–jährigen Zinsen unter die Nulllinie, die Fed ließ diesen Schritt offen).
Aber dann kam die Furcht auf, das Bankensystem könnte mit den niedrigen Zinsen nicht umgehen und die Aktienmärkte stürzten weiter ab. Allerdings stellte sich heraus, dass es den Banken weder gut noch schlecht geht, ihnen aber heute ein erheblich größerer Kapitalpuffer zur Verfügung steht, als noch vor wenigen Jahren. So hat die Commerzbank die Dividendenzahlungen an die Aktionäre wieder aufgenommen und der Chef von JPMorgan hat den Absturz genutzt, um für 26 Millionen Dollar Aktien des eigenen Instituts zu kaufen.
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Zehn sichere Vorhersagen über die Entwicklung der Börse

Der Beginn eines neuen Jahres ist üblicherweise die Zeit für Spekulationen. Wir leben jedoch in einem digitalen Zeitalter, in dem frühere Vorhersagen online noch weiterhin verfügbar sind. Dadurch ist es für Finanzmarkt- und Medienexperten schwerer, ihre Verlegenheit zu verbergen, wenn sich ihre Finanzprognosen als falsch herausstellen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, dies zu vermeiden.
Die Blamage, die mit gewagten Vorhersagen einhergeht, wurde in einem kürzlich erschienenen Zeitungsartikel verdeutlicht, in dem viele Aussagen von US-Ökonomen über das Jahr 2015 aufgeführt wurden, die sich schlussendlich als falsch herausstellten. Diese umfassten unter anderem falsche Prognosen über den Zeitpunkt, an dem die US-Notenbank den Zinssatz anheben würde, falsche Vorhersagen über einen Anstieg der langfristigen Anleiherenditen sowie die fälschliche Annahme, dass ein Ende der Flaute bei Rohstoffen erwartet werden kann.
Für den gesamten US-Aktienmarkt erwarteten 22 vom Wall Street Journal befragte Strategen einen durchschnittlichen Anstieg des S&P 500 von 8,2% im Jahr 2015. Die optimistischste Vorhersage kündigte einen Anstieg von 14% an, die pessimistischste Einschätzung ging von einem Plus von lediglich 2% aus. Niemand setzte auf einen Rückgang. Wie sich herausstellte, beendete der Vergleichsindex das Jahr jedoch geringfügig schlechter mit einem Plus von nur 1,38%.
entwicklung-boerse
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Kommentar zur aktuellen Lage

Die aktuelle Lage – Wie ist unsere Meinung?

…um es direkt am Anfang auf den Punkt zu bringen:

  1. Ruhe bewahren und Nerven behalten!
  2. Prozyklisches Verhalten ist die größte Quelle für Fehler an der Börse!
  3. Börse ist eine „massenpsychotische“ Veranstaltung, Übertreibungen sind immer möglich.
  4. Die Leitplanken zur Orientierung an der Börse sind die Bewertungen.
  5. Sonderangebote an der Börse zum Kauf nutzen (…und nicht zum Verkaufen)!


1. Ruhe bewahren und Nerven behalten in der aktuellen Situation – eine Bestandsaufnahme:

Der August entpuppt sich erneut als schwieriger Börsenmonat. Früher hatte man Angst vor dem Oktober, dann folgte der September, seit einigen Jahren erfolgen die Einbrüche im August.
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China und die Börse: Wenn der Drache Feuer speit

Fast auf jedem Kontinent gibt es seit jeher Sagen und Legenden über Drachen. Riesige, teils geschuppte Wesen, die den Menschen Angst einhauchten und Verderben brachten. Im schlimmsten Falle kam der Drache Feuer speiend über das jeweilige Dorf und vernichtete Felder, Häuser, die vollständige Wirtschaftsstruktur des Dorfes, der Region.
Auch wenn der Drache selbst aus wissenschaftlicher Sicht bis heute nicht aus dem Reich der Mythen herausgeholt wurde, so scheint der geopolitische Vertreter, der große Drache China, aktuell in der weltweiten Realwirtschaft eine ähnliche Wirkung zu entfalten.
Das große und seit Jahren mit gewaltigen Wirtschaftswachstumsraten glänzende China scheint nun deutlich an Glanz zu verlieren. Der seit etwa zwei Monaten trotz massiver Interventionen des Staates extrem an Wert verlierende Aktienmarkt (mittlerweile über 35%), wurde noch als chinesische Problematik mit geringen globalen Auswirkungen hingenommen. Doch der größte Exporteur der Welt hat nun auch mit geringeren Wachstumsraten zu kämpfen, der Einkaufsmanagerindex zeigt negatives Wachstum an und das Vertrauen schwindet.
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Wann geht eine Börsen-Hausse zu Ende?

In der Vergangenheit endeten Hausse-Bewegungen (Börsen-Hausse) stets aus einem der drei folgenden Gründe:
1. Deutliche Straffung der Geldpolitik
2. Euphorie (sog. „Milchmädchen-Hausse“)
3. Extreme Überbewertung (z.B. „neues Zeitalter“ mit ganz neuen Bewertungskennzahlen oder deutlicher Gewinneinbruch im Folge einer Rezession)
Was bedeutet das auf die heutige Situation übertragen?
Nun, eine Fortsetzung der Hausse erscheint durchaus möglich, da derzeit keiner der drei genannten Gründe greift.
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