Die Folgen der Schuldenfalle

Der Euro war von Anfang an eine Fehlkonstruktion und zahlreiche Fachleute haben deutlich darauf hingewiesen. Fakt ist, dass eine effektive Währungsunion ohne funktionierende Fiskalunion auf Dauer nahezu unmöglich ist. Dem steht aber der Wunsch nach nationaler Souveränität entgegen. So hat man sich von Anfang an nicht an die Abmachungen aus den Maastricht-Verträgen gehalten. Trotzdem hat man durch die Aufnahme immer weiterer „Peripherieländer“ in die Währungsunion die Probleme noch verschärft.
Was lief schief in Griechenland?
Das kleine Land hat nur einen Anteil von 2,5% an den gesamten Staatsschulden in Europa, die sich auf insgesamt 12.500 Mrd. Euro belaufen! Da die Griechen aber zu Reformen – wie zum Beispiel dem Aufbau einer effizienten Steuer- und Finanzverwaltung – völlig unfähig sind, hat man sie zu Ausgabenkürzungen gezwungen. Ein Effekt, der zu einem drastischen Rückgang der Wirtschaftsleistung und damit zu einem weiteren Anstieg der Verschuldung geführt hat. Dieses Phänomen ist vielleicht nicht den Politikern, wohl aber unter Ökonomen allgemein als „Bilanzrezession“ bekannt.
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Griechenland: Fauler Kompromiss mit enormen Kosten

Das griechische Drama dürfte seinen Höhepunkt vorläufig überschritten haben. Am Ende steht, wie in unserem Sondernewsletter dargestellt,  ein mehr als fauler Kompromiss mit enormen Kosten für die Gläubiger. Griechenland darf in der Eurozone bleiben und erhält in den nächsten Jahren weitere enorme Milliardenzahlungen. Ein super Deal für Griechenland. Hätten die Griechen vor ihrem Referendum den Reformen zugestimmt, hätten sie die restlichen sieben  Milliarden aus dem zweiten Hilfspaket bekommen.  Jetzt haben sie etwas härtere Auflagen, erhalten aber wahrscheinlich in den nächsten drei Jahren über 80 Milliarden frisches Geld, das natürlich auch niemals zurückbezahlt werden dürfte. Ein absoluter Wahnsinn.

Neue Schwankungen werden kommen

Es wird noch einige Zeit mit positiven und negativen Schlagzeilen dauern, bis alles unter Dach und Fach sein wird. Nach ein paar Tagen heftiger Schwankungen werden die Märkte zum nächsten Thema übergehen. Das könnte zunächst noch einmal die Entwicklung in China sein, dann die mögliche erste Zinsanhebung in den USA und vieles mehr. Die Ukraine und der Nahe Osten sind vorläufig schon wieder vergessen, obwohl sich die Lage nicht grundlegend geändert hat.
Wie schon zu Beginn des Jahres von uns betont, wird es in nächster Zeit keine weitere geradlinige Aufwärtsbewegung geben. Die Märkte werden beeinflusst von den vielfältigsten Themen ordentlich schwanken, vor dem Hintergrund, dass die Märkte nach jahrelangem Anstieg ein gewisses Niveau erreicht haben.

Unternehmen nicht aus dem Blick verlieren!

Entscheidend ist für uns jedoch nur eines: Die großen europäischen Unternehmen verdienen aktuell und höchst wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren sehr gutes Geld. Die Bewertung liegt in der Nähe des historischen Durchschnitts. Bleibt Griechenland im Euro, wird das die Einheitswährung weiter schwächen. Das ist schlecht für das deutsche Gesamtvermögen aber gut für international agierende exportorientierte deutsche bzw. europäische Unternehmen.

Quelle: Plan F Research, Robert Beer

Vom Greferendum zum Tsiprexit

Am Wochenende hat die griechische Regierung gezeigt, dass es ihr ernst ist mit dem Ruf „Sieg oder Untergang“. Da ein Sieg angesichts der Inkompetenz ausgesprochen unwahrscheinlich ist, werden wir in den nächsten zwei bis drei Wochen wohl eine neue Regierung in Griechenland haben.
 
Zwei Varianten – eine Lösung!
Betrachtet man die Lage nüchtern und mit etwas Weitblick, so gibt es zwei Varianten und eine Lösung:
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Das Griechische Drama

Das Griechische Drama könnte bald – vorläufig – zu Ende gehen. Die vernünftigste Lösung wäre natürlich, wenn Griechenland aus der Währungsunion ausscheiden würde. Das wäre gut für alle europäischen Steuerzahler, für das Solidaritätsgefühl in Europa und für die europäische Sache an sich. Griechenland hat viele Jahre weit über seine Verhältnisse gelebt und enorme Schulden angehäuft, die niemals zurückbezahlt werden. Dabei haben sich gewisse Kreise maßlos bereichert. Da kaum eine Wirtschaftskraft vorhanden ist, aber die Ansprüche viel zu hoch sind, wird das Land permanent neues Geld brauchen. Wenn man die Politik in Deutschland und in Europa betrachte, dann ist die Wahrscheinlichkeit aktuell sehr hoch, dass Griechenland in allerletzter Minute unter Akzeptieren minimaler Reformen, die ausstehenden Hilfsgelder ausbezahlt bekommt. Dann wird ein paar Wochen an dieser Front Ruhe herrschen. Natürlich gehen dann die Verhandlungen für das nächste milliardenschwere Hilfspaket von neuem los. Nach einigen heftigen Kursschwankungen werden die Märkte zur Tagesordnung übergehen und sich auf neue Themen fokussieren.
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